Energieausweis

Der Energieausweis dient Bauherren, Eigentümern, Mietern und Käufern dazu, einen Vergleichswert zu haben, wieviel Energie eine Immobilie für Heizung und Warmwasser (ggf. Lüftung und Kühlung) benötigt. Dadurch kann abgeschätzt werden, ob hohe oder geringe Energiekosten bei einem bestimmten Gebäude im Vergleich untereinander zu erwarten sind. Auch Sanierungsempfehlungen sind im Energieausweis aufgelistet.
Im Energieausweis ist meistens der Energiebedarf dargestellt. Es gibt auch Energieausweise, bei denen der Energieverbrauch dargestellt ist. Der Energieverbrauch kann durch das individuelle Energienutzungsverhalten (insbesondere Heiz- und Lüftungsverhalten) der Haus- oder Wohnungsbewohner/-innen deutlich vom Energiebedarf abweichen.
Ist im Energieausweis der Energieverbrauch dargestellt, ist ein Vergleich unterschiedlicher Immobilien deutlich schwieriger.

Auf dem Energieausweis ist u.a. eine Farbskala (grün bis rot) abgebildet. Buchstaben (von A+ bis H) unterteilen die Farbskala. Zusätzlich ist auch der Energiebedarf in kWh/(m2*a) [Kilowattstunden / (Quadratmeter * Jahr)] abgebildet.
Beispielsweise hat ein Passivhaus einen Energiebedarf unter 30 kWh/(m2*a). Es wird auf dem Energieausweis somit im „grünen Bereich“ beim Buchstaben A+ markiert.
Bestandsgebäude, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1977 errichtet und nicht energetisch saniert wurden, haben beispielsweise einen Energiebedarf ab 150 kWh/(m2*a) und mehr. Sie sind somit im „gelben bis roten Bereich“ bei den Buchstaben E bis H markiert.

Eigenheimeigentümer/-innen, die ihre Bestandsimmobilie nicht vermieten oder verkaufen wollen, sondern selber nutzen, benötigen keinen Energieausweis. Erst wenn ein Verkauf oder eine Vermietung ansteht, muss der Energieausweis dem/der potenziellen Käufer/-in bzw. Mieter/-in vorgelegt werden. Der Energieausweis wird von Handwerkern, Energieberater, Bauingenieur oder Architekt erstellt. In Hannover können dies die „Energielotsen“ bzw. „Energieeffizienz-Experten“ tun.

Ein Energieausweis ist 10 Jahre lang gültig. Danach oder wenn bereits während der zehnjährigen Gültigkeit umfangreiche, laut Energieeinsparverordnung (EnEV) relevante Sanierungsarbeiten durchgeführt wurden, ist der Energieausweis zu erneuern. Ob es sich um eine EnEV-relevante Sanierung handelt (dies ist i.d.R. bei Außenwanddämmung, Fenstertausch, Einbau einer neuen Heiztechnik, Installation einer Solarthermieanlage der Fall) kann der jeweilige Handwerker, Energieberater, Bauingenieur oder Architekt beurteilen.

weitere Informationen

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Verbraucherzentrale: Der Energieausweis: Steckbrief für Wohngebäude
http://www.vz-nrw.de/Der-Energieausweis-Steckbrief-fuer-Wohngebaeude-1

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Klimaschutzregion Hannover: Energieeinsparverordnung (EnEV) und Energieausweis
http://www.klimaschutz-hannover.de/themen/bauen-modernisieren/enev-und-energieausweis.html